Die Geschichte des Löschzuges 6

Vorgeschichte

Die offizielle Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Aue und Wingeshausen geht auf das Jahr 1934 zurück.

Doch dass auch schon vorher für den Feuerschutz gesorgt werden musste, zeigen die bereits damals bestehenden Spritzenhäuser und Gerätschaften. Der Feuerschutz musste von Pflichtfeuerwehrmännern übernommen werden, die vom Bürgermeister eingesetzt wurden.

In der Feuer-Lösch-Ordnung für den Kreis Wittgenstein vom 21.10.1834 wurde schon eine klare Aufgabenverteilung geregelt.

Die ersten Feuerspritzen für Aue und Wingeshausen wurden im Jahre 1875 angeschafft. Dies belegen die Protokollbücher der beiden Gemeinden.

Daraus ist auch ersichtlich, dass in Aue 1922 bis 1923 eine Zwangsverpflichtung aller männlichen Bürger von 18 bis 50 Jahren notwendig war. In der Gemeinde Wingeshausen wurde 1926 das Fehlen bei Übungen mit 0,50 Reichsmark Strafe belegt.

Auch waren alle Hausbesitzer und Beisitzer (Mieter) verpflichtet, je nach Größe der Wohnung, eine gewisse Anzahl an Ledereimern zu bevorraten. Im Brandfall musste das Löschwasser am nächstgelegenen Bach geholt werden. Dazu wurde eine Menschenkette gebildet, die den Eimer von Hand zu Hand weiterreichte, bis der Einsatzort bzw. die Spritze erreicht war.

Außerdem wird angenommen, dass nach den Großbränden in Wingeshausen am 21. Okt. 1856 und in Aue am 15. Juli 1874 dem Brandschutz ein höherer Stellenwert eingeräumt wurde.

Die Gründung der beiden Wehren beruht auf dem Preußischen Feuerlöschgesetz vom 15.12.1933. Danach musste in jeder Gemeinde eine, den örtlichen Verhältnissen entsprechende Wehr gegründet werden.

Da beide Ortschaften bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 selbstständige Gemeinden im Amt Berleburg, Kreis Wittgenstein waren, wird bis zu diesem Zeitpunkt getrennt berichtet

Freiwillige Feuerwehr Aue

1934

Nach Informationen von Amtswehrführer Stahlschmidt entschloss man sich in Aue zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Am 15.11.1934 rief Gemeindebürgermeister Friedrich Born (Berge) in einer Bürgerversammlung im Gasthof Linde (Deutsches Haus) dazu auf, ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr Aue tätig zu werden. Folgende Kameraden erklärten ihren Beitritt:

Willi Klotz
Fritz Knebel
Ernst Koch
Heinrich Lange
Arnold Linde
Ewald Linde
Willi Linden
Gustav Meister
Heinrich Pickhardt
Karl Reichel
Fritz Schlabach
Richard Schöneborn
Ludwig Seiffert
Ernst Strack
Fritz Strack
Heinrich Treude (Schmette)

 

In der ersten Dienstversammlung in der Schule gab Amtswehrführer Stahlschmidt den ersten feuerwehrtechnischen Unterricht. Zum 1. Wehrführer wurde Arnold Linde gewählt. Sein Stellvertreter und Löschmeister wurde Otto Becker. Karl Kassel, Heinrich Fischer (Justs) und Fritz Althaus wurden als Oberfeuerwehrmänner eingesetzt. Alle anderen Kameraden erhielten den Dienstgrad Feuerwehrmann. Amtswehrführer Stahlschmidt verpflichtete die neugegründete Wehr unter dem Motto „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“. Die Kameraden Arnold Linde, Karl Kassel, Ludwig Seifert und Fritz Althaus besuchten in den ersten Jahren die Feuerwehrschule in Warendorf.

Anfangs waren weder Uniformen noch Ausrüstung vorhanden. An Geräten stand nur eine handbetriebene Saug- und Druckspritze zur Verfügung. Aber auch die Gemeindewasserleitung mit eingebautem Hydrantennetz gab es schon. Trotz aller Schwierigkeiten verfügte man bald über eine schlagkräftige Wehr.

1938

Im Jahre 1938 schaffte die Gemeinde eine tragbare Motorspritze TS 8 der Firma Flader mit Beförderungswagen an. Kurze Zeit später folgte weiteres Schlauchmaterial und eine ausziehbare Leiter.

Zur Unterbringung der neuen Geräte fehlte jedoch ein vorschriftsmäßiges Gerätehaus. Das alte entsprach nicht mehr den gegebenen Verhältnissen und musste abgerissen werden. Da die Gemeinde für einen Neubau aber nicht in der Lage war, wurde im Anwesen von Fritz Schneider eine Garage als Geräteraum angemietet.

Am 23.11.1938 löste das Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen das bis dahin geltende Preußische Feuerlöschgesetz ab. Die Freiwillige Feuerwehr wurde gemeindliche Einrichtung und war als Hilfspolizeitruppe nur noch Befehlsempfänger.

1939

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden im Herbst 1939 gleich 14 Kameraden zum Militärdienst eingezogen:

Gustav Meister
Karl Reichel
Fritz Schlabach
Richard Schöneborn
Ernst Strack
Fritz Strack
Heinrich Treude (Schmette)

 

Willi Klotz
20.07.1943 in Rußland

 

Hermann Fischer

28.03.1945 Bombenangriff

 

 

Richard Schöneborn
bei Stalingrad

 

 

Wilhelm Fischer
im Jahre 1942

 

Arnold Linde

im Februar 1943

 

 

1943

Durch das Ableben von Wehrführer Arnold Linde wurde der Kamerad Fritz Althaus zum neuen Wehrführer ernannt. Um die Einsatzfähigkeit der Wehr zu erhalten, wurden im Jahre 1943 durch die Ortspolizeiverwaltung 16 (meistens alte oder sehr junge) Männer zum Notdienst verpflichtet:

Georg Riedesel
Ernst Rittinghaus
Heinrich Schlabach
Ernst Schröder
Friedrich Stenger
Heinrich Stremmel
Anton Terhöner
Georg Heinrich Treude
Willi Treude
Fritz Wähling

 

1944

Nachdem sich der Luftkrieg immer mehr verschärfte, wurden am 20.10.1944 auf Anweisung von Landrat Marloh sogar 11 Frauen und Mädchen zum Notdienst herangezogen.

Elli Schlabach
Klara Schneider
Erna Weinhold
Elfriede Wetter
Gertrud Womelsdorf

 

1945

Nach der Kapitulation brach auch die Organisation der Freiwilligen Feuerwehr zusammen. Durch die Besatzungstruppen verlor die Wehr die Tragkraftspritze, den dazugehörigen Anhänger und einen großen Teil von Ausrüstung und Uniformen.

Jedoch mussten auf Befehl der Besatzungsmacht die Feuerwehren wieder auf Friedensstärke aufgestockt werden. Der Rest der alten Wehr konnte keinen ausreichenden Feuerschutz mehr garantieren. Neue Mitglieder fanden sich nicht und die alten Kameraden traten zurück. Somit bestimmte Bürgermeister Heide am 23.08.1945 eine Pflichtfeuerwehr mit 32 Kameraden. Der eingesetzte Wehrführer Hubert Linde konnte auch wieder eine Tragkraftspritze besorgen.

Gustav Linde
Heinz Nölling
Günther Saßmannshausen
Willi Schlabach
Fritz Schlabach jun.
Fritz Schneider
Heinrich Schneider (Krause)
Heinrich Schneider (Laie)
Ewald Spies
Paul Strackbein
Richard Stremmel
Fridebert Treude
Willi Treude
Heinrich Treude (Schmette)
Hermann Walter
Willi Weinhold

 

1946

Nach Ansicht des Kreisfeuerwehrinspektors Kuhmichel war der Feuerschutz unter dieser Zwangswehr nicht gewährleistet. Er appellierte deshalb an die alte Wehr, den Feuerschutz wieder freiwillig zu übernehmen. Am 02.06.1946 erklärten sich dann auch 17 ehemalige Kameraden dazu bereit:

Ernst Koch
Heinrich Lange
Heinrich Pickhard
Georg Riedesel
Karl Saßmannshausen
Fritz Strack
Fritz Stremmel
Heinrich Treude (Schmette)

 

1947

Die Kameradschaft hielt aber nur ein knappes Jahr. Bedingt durch die schlechte Unterstützung der Gemeinde und des Kreisfeuerwehrinspektors, trat der Wehrführer Fritz Althaus am 01.03.1947 von seinem Amt zurück.

Die Freiwillige Feuerwehr löste sich abermals auf. Am 01.12.1947 konnte Gemeindedirektor Linde dann endlich eine neue, junge Wehr unter der Leitung von Heinrich Schneider aufstellen. Die Freiwillige Feuerwehr Aue zählte nun 30 Mitglieder, unter ihnen 5 Kameraden der alten Wehr.

Fritz Knebel
Oskar Knebel
Heinrich Lange
Heinrich Latt
Gustav Linde
Heinrich Linde
Karl Heinz Miß
Christian Richstein
Walter Seifert
Arno Strack
Fritz Strack
Heinrich Stremmel
Erhardt Treude
Günther Treude
August Zeißler

 

Amtsbrandmeister Uellendahl besorgte der Wehr Uniformen und Schlauchmaterial. Und im Jahre 1950 bekamen sie auch wieder einen Anhänger für die TS 8. In den folgenden Jahren besuchten einige Kameraden die Feuerwehrschule in Warendorf. Ewald Griesing wurde sogar Kreisausbilder der Feuerwehren in Wittgenstein.

1953

Zum 01.05.1953 wurde der Pachtvertrag für den Geräteraum wegen Umbau vom Vermieter gekündigt. Das Gerät wurde daraufhin, bis zum Bau eines neuen Gerätehauses, in einer Garage der Fa. Busch-Jaeger Elektro GmbH untergestellt. Die Ausschachtungsarbeiten für das neue Gerätehaus wurden von den Kameraden der Wehr am 03. Oktober in Eigenleistung verrichtet. 2 Tage später wurde der Grundstein gelegt und am 28.11.1953 konnte bereits Richtfest gefeiert werden.

1954

Am 05.09.1954 wurde das Gerätehaus schließlich eingeweiht. An diesem Tag konnte Amtsbrandmeister Uellendahl der Wehr noch einen umgebauten Mannschaftswagen (ehem. Krankenwagen) überreichen, bei dem allerdings noch erhebliche Mängel auftraten. So konnte bei Dunkelheit erst gar nicht gefahren werden, weil es einen Kurzschluss gab, wenn die Scheinwerfer eingeschaltet wurden. In vielen Stunden Reparaturarbeit konnten diese Mängel aber behoben werden. Eine Anhängerkupplung wurde den Kameraden freundlicherweise gestiftet.

1955

Durch Spendengelder war es 1955 möglich, eine Einheitssirene für Feuerwehren anzuschaffen. Die Fa. Busch-Jaeger Elektro GmbH übernahm die Montage der Sirene mit der dazugehörigen elektrischen Anlage. Ferner stellte sie die werkseigene Motorspritze mit Zubehör zur Verfügung.

1956

Am 06.02.1956 traf dann ein neuer Tragkraftspritzenanhänger mit einer TS 8/8 der Fa. Bachert ein. Die alte Flader wurde an die Feuerwehr Hemschlar abgegeben.

1960

Eine fahrbare „BACHERT“-Montageleiter AL 10 traf am 31.05.1960 mit der Deutschen Bahn in Aue ein. Diese 2-teilige, ausziehbare Feuerwehrleiter hatte eine Steighöhe von 9,40 m und konnte hinter ein Feuerwehrfahrzeug angehängt werden.

1964

Ein weiterer Höhepunkt war am 25.07.1964 das Eintreffen des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 8, das im Rahmen einer Feierstunde an die Wehr übergeben wurde.

1971

Im Jahr 1971 stellte Heinrich Schneider (Laie) sein Amt als Wehrführer zur Verfügung. Gerhard Beitzel wurde kurze Zeit später im Beisein von Kreisbrandmeister Sonneborn und Amtsbrandmeister Seiffert die Wehrführung übertragen. Das Amt des Stellvertreters übernahm zunächst Ernst Treude, im Jahr 1974 dann Horst Karl und 1975 Hans-Jürgen Willkommen.

Freiwillige Feuerwehr Wingeshausen

1934

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wingeshausen war ebenfalls im Jahre 1934. Aber leider existieren von Wingeshausen keine schriftlichen Unterlagen mehr. Aus diesem Grund kann hier nicht so ausführlich berichtet werden. Nach unseren Ermittlungen waren folgende Kameraden seit 1934 dabei. Wegen fehlender Unterlagen ist diese Liste evtl. unvollständig.

Wilhelm Schreckegast
Reinhard Seiffert (Flecks)
Ewald Stöcker
Hermann Treude (Schulegrebes)
Wilhelm Treude (Deijes)
Heinrich Wetter (Gärtjes)
Heinrich Wetter (Stohls)
Emil Stark (Klengels)
Robert Koch (Höfers)
Adolf Walter (Lotzes)
Rudolf Wetter (Arnold)

 

Die Entwicklung und Verhältnisse während der ersten Jahre waren denen in Aue gleich. Wie eingangs bereits erwähnt, wurde offensichtlich nach dem Großbrand von 1856 mehr für den Feuerschutz getan. Hiernach sind wohl das alte, kleine Spritzenhaus am Grundstück von Gastwirt Alfred Linde und das Leiterhaus an der Kirche gebaut worden. An Geräten im Spritzenhaus waren u.a. eine Handdruckspritze mit Ansaugstutzen und eine ältere Handdruckspritze mit Wasserbehälter vorhanden. Im Leiterhaus waren schwere Holzleitern und Einreißhaken untergebracht.

Der erste Wehrführer war Friedrich Linde (Aderholds). Unter seiner Führung fanden sich im Jahre 1934 die ersten freiwilligen Feuerwehrkameraden. Die Uniformen waren aus sehr festem Stoff gearbeitet und mit blanken Knöpfen versehen. Nach Friedrich Linde folgten in der Wehrführung 1937 Fritz Schäfer (Wiesenbalds), 1943 Reinhard Seiffert (Flecks) und 1948 Hermann Treude (Schulgrebe). In dieser Zeit wurde eine Motorspritze angeschafft, zu der später auch ein Anhänger kam.

1946

Auch für die Wingeshäuser war es schwierig, nach dem 2. Weltkrieg einen Neuanfang zu starten. Unter dem damaligen Bürgermeister Eugen Seiffert sen. versammelten sich 1946 einige Gründer und eine Anzahl jüngere Freiwillige, um den Feuerwehrdienst wieder aufzunehmen.

1951

Im Jahre 1951 erfolgte unter Bürgermeister Ernst Dornhöfer, in Anwesenheit von Amtsbrandmeister Uellendahl, eine Neuorganisation. Die Freiwilligen waren alle jüngeren Alters und Albert Stark übernahm für ca. 1 Jahr die Wehrführung. 1952 folgte Brandmeister Eugen Seiffert jun. als Wehrführer.

1953

In diese Zeit fällt auch die erste Zuteilung von Uniformen, in Form einer Arbeitsjacke mit Koppel und Mütze, durch den Amtslöschverband. Die Uniform wurde erstmals im Festzug des Wingeshäuser Schützenvereins 1953 getragen.

1954

Nach einer Sammlung innerhalb der Gemeinde war die Wehr in der Lage, abgelegte Polizeiuniformen als Ausgangsuniformen zu beschaffen. Hierzu reisten die Kameraden Günter Böhl, Fritz Hof und Eugen Seiffert am 25.Jan.1954 von Fleckenberg per Bahn nach Drüggelte am Möhnesee. Schwer bepackt wurden sie am Abend von Georg Stremmel (Fischers) bei Glatteis mit einem Pferdewagen wieder abgeholt. Nun konnte die Wehr für die damaligen Verhältnisse in einheitlicher Kleidung antreten.

1955

Eine erfreuliche Angelegenheit war 1954/55 der Neubau eines Gerätehauses (heute Priesterweg). Die Kameraden leisteten 3000 Stunden freiwillige Arbeit am Bau. Dadurch war es möglich, auch einen Unterrichtsraum mit Mobiliar einzurichten. Die Gerätehauseinweihung war am 02.07.1955. Anwesend waren u.a. Amtsbrandmeister Gustav Uellendahl und Kreisbrandmeister Sonneborn.

1957

Eugen Seiffert wurde 1957 Nachfolger von Amtsbrandmeister Uellendahl und später stellvertretender Kreisbrandmeister. Neuer Wehrführer wurde Fritz Hof.

1960

Ein weiteres Ereignis war im Jahre 1960 der Kauf der St.-Florians-Standarte für 750 DM und die anschließende Fahnenweihe.

1962

Im Mai 1962 erhielt die Feuerwehr Wingeshausen das erste Fahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF mit einer Tragkraftspritze TS8/8. So konnten die nun anfallenden Einsätze wesentlich besser bewältigt werden.

1963

Ab Oktober 1963 wurde die Wehr von Brandmeister Willi Schäfer geführt.

1968

Dieser rief im Juni 1968 die erste Jugendgruppe Wittgensteins ins Leben. Da aber weder der Kreis Wittgenstein, noch das Amt Berleburg eine Jugendfeuerwehr für sinnvoll hielten („Das kostet doch nur Geld !“), wurde die Gruppe nicht angemeldet.

1973

Ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug TLF 8/8 vom Z.B. (Ziviler Bevölkerungsschutz) erhielt die Feuerwehr Wingeshausen im Jahre 1973. Der Unimog war mit Allrad und einem 800-Liter-Tank mit Schnellangriff ausgestattet. Dies war ein großer Schritt nach vorne. Im Brandfall hatte man nun für den Erstangriff sofort Wasser zur Verfügung.

Löschzug Aue-Wingeshausen

1975

Mit der kommunalen Neugliederung zum 01.01.1975 wurden die Eigenständigkeiten der Wehren cropped-Test1.jpgaufgelöst und diese als Löschgruppen in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bad Berleburg eingegliedert.

1976

Durch die bisherigen gemeinsamen Einsätze und das Verwachsen der beiden Ortschaften kam es zu Überlegungen, eine gemeinsame schlagkräftige Wehr für Aue und Wingeshausen zu bilden.

Am 15.04.1976 trafen sich die Kameraden von Aue und Wingeshausen im Feuerwehrgerätehaus Wingeshausen, um über eine Zusammenlegung der beiden Gruppen zu sprechen. Die Versammlung sprach sich für eine Fusion aus. Diese Entscheidung begrüßte auch der anwesende HBM Helmut Veith, der als Wehrführer der Stadt Bad Berleburg eingesetzt war.

Am 21. April 1976 traf man sich zu weiteren Gesprächen und wählte den OBM Willi Schäfer zum Löschzugführer des neu entstandenen Löschzuges 6 Aue-Wingeshausen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Berleburg. Zum Stellvertreter wurde BM Gerhard Beitzel gewählt.

Wie oben bereits erwähnt, traf die erste Jugendgruppe von 1968 auf keinerlei offiziellen Zuspruch. Nach der kommunalen Neugliederung sah man dies nun anders. Im Jahre 1976 wurde die erste offizielle Jugendgruppe unter der Leitung von Gerhard Reber mit den folgenden 11 Mitgliedern angemeldet und in die neu gegründete Stadtjugendfeuerwehr eingegliedert:

Martin Nölling
Willi-Thomas Schäfer
Matthias Strack
Uwe Stremmel
Roland Spies

 

1977

Am 05.02.1977 fand die erste gemeinsame Jahresdienstversammlung statt. Unter anderem wurde beschlossen, dass Aue und Wingeshausen jeweils 1.000 DM zur neuen gemeinsamen Kasse beisteuern sollten. Bei den anstehenden Wahlen war einiges zu tun, denn es mussten sämtliche Ämter wie Kassenwart, Schriftführer usw. neu besetzt werden. Stadtbrandmeister Helmut Veith berichtete, dass zwar ein neues gemeinsames Gerätehaus im Planungsausschuss sei, aber noch kein geeignetes Grundstück gefunden wäre. Zwei Jahre später war die Grundstücksfrage endlich geklärt.

1980

Da die Fa. Busch-Jaeger Elektro GmbH das auf ihrem Grundstück stehende Feuerwehrgerätehaus Aue dringend für andere Zwecke benötigte, wurde es am 29.02.1980 geräumt. Bis zur Fertigstellung des neuen Gerätehauses zog man in eine Halle der Fa. Busch-Jaeger Elektro GmbH. Am 06. Aug. 1980 konnte das Richtfest gefeiert werden und am 24.09.1981 begann man endlich mit dem Einzug in das neu erstellte Gerätehaus des Löschzuges Aue-Wingeshausen.

1982

Die offizielle Übergabe des Feuerwehrgerätehauses erfolgte am 26.02.1982. Zu einer Feierstunde war neben zahlreichen Vertretern der Stadt auch Kreisbrandmeister Dittmann erschienen. Zur großen Überraschung überreichte dieser anschließend ein guterhaltenes Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS, das vom Bund zur Verfügung gestellt wurde. Damit wurde die Schlagkraft des Löschzuges wesentlich verbessert. Beim Tag der offenen Tür am 18.09. konnte die Bevölkerung das neue Gerätehaus und die Fahrzeuge besichtigen.

Doch zuvor wurde am 21.02.1982 Gerhard Reber als neuer Löschzugführer bestätigt und Hans-Jürgen Willkommen zum Stellvertreter ernannt.

1984

Das größte Ereignis in 1984 war das 50jährige Jubiläum des Löschzuges Aue-Wingeshausen. Am 19. und 20. Mai wurde in der Schützenhalle Wingeshausen mit den örtlichen Vereinen und den Nachbarwehren gefeiert. Löschzugführer Gerhard Reber konnte 9 Mitbegründern der Wehren Aue und Wingeshausen Ehrenurkunden und Geschenke überreichen.

Desweiteren wurde Gerhard Reber am 01.06.1984 stellvertretender Wehrführer.

1985

Durch Ausfall der inzwischen überalterten Fahrzeuge wurde im April 1985 ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 vom Zug 1 Bad Berleburg vorübergehend überstellt.

1986

Nach der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl kam ein ganz neues Aufgabengebiet auf die Feuerwehr zu. Sie musste sich nun auch mit atomaren, biologischen und chemischen (ABC) Gefahren befassen. Um diese Gefahren zu erkennen, bekamen wir am 15. Dezember 1986 einen Gerätewagen Messtechnik GW Mess (offizielle Übergabe: 28.01.1987). Dieses Fahrzeug ist u.a. mit Chemikalien- und Kontaminationsschutzanzügen und diversen Messgeräten ausgestattet und ist das einzige Fahrzeug dieser Art im gesamten Stadtgebiet. Für die Kameraden aus dem Löschzug 6 folgten mehrere Lehrgänge über Strahlenschutz.

1988

Ein nagelneues Löschgruppenfahrzeug LF 16 wurde uns im Rahmen einer Feierstunde am 07. Okt. 1988 überreicht. Das TLF 16 ging wieder zurück in den Zug 1.

1989

Das für den Katastrophenschutz übergebene LF 16 TS wurde am 02. März 1989 gegen ein neues Fahrzeug (ebenfalls LF 16 TS) ausgetauscht.

Nachdem Stadtbrandmeister Peter Möhn von seinem Amt zurückgetreten war, wurde der bisherige Stellvertreter und Löschzugführer Aue-Wingeshausen, Gerhard Reber, am 19. Juni 1989 zum neuen Stadtbrandmeister ernannt. Neuer Löschzugführer des Zuges 6 wurde Hans-Jürgen Willkommen, Stell­vertreter Bernd Schreckegast.

1990

Um der Bevölkerung die Gelegenheit zu geben, die neuen Fahrzeuge und Geräte zu besichtigen, wurde am 05./06. Mai 1990 ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Außer dem eigenen, modernen Fahrzeugpark wurde auch die Drehleiter DLK 23/12 vom Zug 1 vorgestellt. An beiden Tagen demonstrierte die Jugendgruppe bei einer Übung ihre Geschicklichkeit. Einige Kameraden probten den Einsatz nach einem Verkehrsunfall und zeigten das Retten von Verletzten mit Hilfe von Schere und Spreizer. Beide Tage fanden großen Anklang.

1992

Am 26.02.1992 wurde dem Löschzug ein Gerätewagen Gefahrgut GWG übergeben. Dies war das erste Fahrzeug dieser Art im Altkreis Wittgenstein. Hiermit konnten nun Leckagen abgedichtet und Chemikalien aufgefangen oder umgepumpt werden. Auch für dieses Fahrzeug wurden in den folgenden Jahren wieder spezielle Lehrgänge über „Gefährliche Stoffe und Güter“ besucht.

1994

In Verbindung mit dem 60. Geburtstag hatte unser Löschzug zu einem Tag der offenen Tür am 15. Mai 1994 in das Feuerwehrgerätehaus eingeladen. Es wurde der gesamte Fuhrpark incl. Gerätschaften vorgestellt. Außerdem war die Drehleiter vom Zug 1 anwesend. Für die Kinder wurde eine Hüpfburg aufgebaut und jede Menge Spiele wurden geboten. Bei Gulasch, Würstchen, Waffeln und einem Bier war so mancher Besucher begeistert.

Am 18.05. trat Hans-Jürgen Willkommen von seinem Amt als Löschzugführer zurück. In einer außerordentlichen Dienstversammlung am 29. Mai 1994 ernannte Stadtbrandmeister Gerhard Reber nach einer Anhörung den bisherigen Stellvertreter HBM Bernd Schreckegast zum neuen Löschzugführer. Zu seinem zunächst nur kommissarischen Stellvertreter wurde Heino Taube bestimmt, bis er die noch erforderlichen Lehrgänge am heutigen IDF (Institut der Feuerwehr) in Münster abgeschlossen hatte.

2001

Nachdem es nun 25 Jahre eine offiziell angemeldete Jugendfeuerwehr in Aue-Wingeshausen gab, wurde am 14.06.2001 Jubiläum gefeiert. Die Dodenauer Musikanten spielten in der Bürgerhalle Aue zum Frühschoppen auf. Neben Spanferkel und Tombola gab es auch eine Übung der Jugendfeuerwehr und eine Vorführung der sog. „Löschgruppe Preisdorf“.

2002

Durch die Katastrophe vom 11. September 2001 und das Hochwasser im Sommer 2002 gewann der Katastrophenschutz (KatS) wieder stark an Bedeutung. Das LF 16 TS aus Aue-Wingeshausen, welches als einziges Fahrzeug im Stadtgebiet dem Bund und somit dem KatS unterstellt ist, das LF 16 TS aus Erndtebrück und der Einsatzleitwagen (ELW) aus Bad Laasphe wurden zu einem Zug für überörtliche Hilfe zusammengefasst. Dieser Zug gliedert sich wiederum in den Verband aus den Kreisen HSK, OE, SI ein. Am 02.11.2002 gab es dann auch die erste Großübung in Dortmund. Weitere sollten folgen.

2004

Zum 70. Geburtstag wurde am 27.06.2004 ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Leider hatten wir anfangs etwas Pech mit dem Wetter. Jedoch im Verlauf des Tages wurde es immer schöner. Die zahlreichen Gäste konnten sich neben dem Spanferkel auch an Würstchen oder Kaffee und Kuchen erlaben. Für Unterhaltung sorgten der Tambourskorps, die „Feuerwehrkapelle Löschgruppe Preisdorf“, eine Übung der Jugendfeuerwehr, sowie einige Fallschirmspringer.

2005

Am 26.11.2005 hatte der Löschzug Aue-Wingeshausen seinen ersten Einsatz mit überörtlicher Hilfe im Rahmen des Katastrophenschutzes. Das LF 16 TS rückte mit einer kompletten Fahrzeugbesatzung zum Schneechaos im Münsterland aus und wurde schließlich zusammen mit anderen Einheiten in Vreden, Kreis Borken nahe der Holländischen Grenze, eingesetzt.

2006

Der Löschzug Aue-Wingeshausen hat sich auf das Aufgabengebiet ABC spezialisiert und ist im gesamten Stadtgebiet Bad Berleburg nicht nur für ABC-Einsätze sondern auch für Übungen und Lehrgänge zuständig.
Um für größere ABC-Einsätze gerüstet zu sein, wurde 2006 der ABC-Zug Wittgenstein, bestehend aus den 3 Gemeinden Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück, gegründet. BI Heino Taube wurde von der Wehrführung als Zugführer des ABC-Zuges eingesetzt. In diesem Zug sind alle Spezialfahrzeuge für ABC-Einsätze zusammengefasst. Also auch der GW Mess und der GW G aus dem Löschzug Aue-Wingeshausen. Je nach Ausmaß der Schadenslage kommen auch noch Fahrzeuge aus dem benachbarten Siegerland hinzu. Diese Einheiten fahren gemeinsame Übungen und besuchen auch gemeinsame ABC-Lehrgänge.

2008

Am 12. Oktober 2008 fand am Marktplatz in Bad Berleburg der Tag der Feuerwehr statt. In einem sehr großen und würdigen Rahmen wurde unser Zugmitglied und Wehrführer Gerhard Reber aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand versetzt und somit in die Ehrenabteilung überstellt.

2009

Zu unserem Jubiläum wurden am Donnerstag, 21. Mai Kränze an den Ehrenmalen niederlegt.

Einen Tag später, am 22. Mai 2009 war es dann soweit.
75 Jahre Löschzug Aue-Wingeshausen sollten gefeiert werden.
Wir begannen am Freitag mit einem gelungenen Festkommers in der Schützenhalle Wingeshausen, zu dem alle Vereine und Löschzüge / -gruppen eingeladen waren. Gesangsdarbietungen und Tambourcorps sorgten zwischen den Reden für Abwechslung. Um 22:00 Uhr wurde in einem Festzug zur Ortsmitte marschiert und dort gab es dann einen Zapfenstreich mit dem Tambourcorps Fleckenberg und dem Musikverein Accordia Fleckenberg. Die Fackeln wurden von Jugendfeuerwehrleuten der gesamten Stadt Bad Berleburg getragen.

Den Samstag, 23. Mai begonnen wir um 16:00 Uhr im Industriegebiet „Zum Heilbach“. In einem gigantischen Festzug ging es bei herrlichem Sonnenschein bis Wingeshausen Ortsmitte und durch die Müsse zurück in die Schützenhalle Müsse. Alle örtlichen Vereine, die Löschzüge / -gruppen der gesamten Stadt Bad Berleburg sowie der Nachbarwehren Erndtebrück und Bad Laasphe und die Löschgruppe Fleckenberg nahmen teil. Für eine ordentliche Marschmusik sorgten : Tambourcorps „Deutsche Eiche Aue“, Spielmannszug VfL Bad Berleburg, Musikverein Accordia Fleckenberg und die Feuerwehrkapelle Dodenau. Anschließend wurde beim Feuerwehrball mit der Band „Christall“ ausgiebig gefeiert. Es waren ca. 500 Gäste anwesend. Hinzu kamen das Thekenpersonal, gestellt von den Schützenvereinen Müsse und Wingeshausen, das Küchenpersonal vom Gemischten Chor und natürlich die Kapellen und Tambourcorps. So war die Feier also sehr gut besucht und ein großer Erfolg.

2012

Auf der Jahresdienstversammlung des Löschzuges Aue-Wingeshausen am 04.02.2012 erklärten Löschzugführer Bernd Schreckegast und sein Stellvertreter Heino Taube den Rücktritt von ihren Ämtern. Beide hatten sich zu diesem Schritt entschlossen, um der jüngeren Generation die Chance zu geben, aufzusteigen. So kam es dann auch am Tag nach der Versammlung zu einer Anhörung, bei der die Kameradinnen und Kameraden des Löschzuges folgende neue Löschzugführung vorschlugen:

Löschzugführer  : Matthias Jäckel
1. Stellvertreter  : Fotios Vlassis
2. Stellvertreter  : Oliver Hof

Zur Jahresdienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Berleburg am 03.03.2012 wurden diese Kameraden dann offiziell zum Löschzugführer bzw. Stellvertreter ernannt (zum Teil kommissarisch wegen noch fehlender Lehrgänge).

Wegen technischer Mängel musste der Gerätewagen Messtechnik GW Mess ausgemustert werden. Aber es war bereits Ersatz in Aussicht. Das Landeskonzept „Messzug NRW“ sorgte dafür, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein 3 Messfahrzeuge und einen Abrollcontainer anschaffte. Davon sollte 1 Messfahrzeug in Aue-Wingeshausen stationiert werden.

Am 07.12.2012 konnten wir uns schließlich den neuen Gerätewagen Messtechnik GW Mess abholen. Die offizielle Übergabe an den Kreis hatte bereits im November in Rudersdorf stattgefunden. Dieses Fahrzeug ist nicht nur mit neuester Messtechnik ausgestattet, sondern kann einsatztaktisch auch als Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) oder Einsatzleitwagen (ELW) genutzt werden.

2013

Um die Ankunft des neuen Fahrzeuges gebührend zu feiern, luden wir für Freitag den 26.04.2013 u.a. die Löschgruppen/-züge der Stadt Bad Berleburg, sowie die Löschgruppen Birkefehl und Fleckenberg zu uns ein. Nach einer einleitenden Filmsequenz über die Entwicklung im Bereich ABC-Schutz übernahm Pfarrer Thomas Janetzki die Weihung des neuen Gerätewagen Messtechnik GW Mess. Durch eine Spende der Firma Midena Elektrowerkzeugbau GmbH konnte auch ein Faxgerät für das Fahrzeug angeschafft werden.

2014

Am 11. Mai 2014 sollen 80 Jahre Löschzug Aue-Wingeshausen gefeiert werden.
Es geht los um 9:30 Uhr mit einer großen Übung bei der Grundschule.
Anschließend gibt es im Feuerwehrgerätehaus einen Tag der offenen Tür

Volker Strack
Schriftführer

Copyright © Löschzug Aue-Wingeshausen

Quellen: Protokolle, Jahresberichte, Stadtarchiv Bad Berleburg, Überlieferungen ehemaliger Wehr- / Löschzugführer

 


 

Soweit der Rückblick auf die Feuerwehr(en) in Aue und Wingeshausen. Wegen fehlender Unterlagen gestaltete sich die Recherche teilweise sehr schwierig.

Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass wir keinerlei Gewähr übernehmen für die Richtigkeit und Vollständigkeit der obigen Angaben und bitten um Entschuldigung, sollten wir etwas vergessen oder falsch wiedergegeben haben.

Im Januar 2014 bestand der Löschzug Aue-Wingeshausen aus 39 aktiven Kameradinnen und Kameraden, 6 Kameraden in der Ehrenabteilung und 12 Jugendfeuerwehrleuten.

Im Standort sind 4 Fahrzeuge untergebracht :

2 Löschgruppenfahrzeuge  : LF 16 und LF 16 TS
1 Gerätewagen Messtechnik  : GW Mess
1 Gerätewagen Gefahrgut  : GW G